Hirslanden Fachartikel

Ein Sehnenriss in der Schulter (Rotatorenmanschettenruptur) kann unfallbedingt oder degenerativ (durch Abnützung oder Überbelastung) entstehen. Bringt die konservative Behandlung mittels Physiotherapie, Medikamente und Injektionen keine Besserung, ist eine Operation der nächste Schritt, um die Schulter wieder schmerzfrei und vollumfänglich bewegen zu können.

Schulter und Arm

Ein Fünftel der Bevölkerung wird wohl (oder übel) einmal im Leben die Diagnose «Riss in der Rotatorenmanschette» (Schultersehnenriss) erhalten. Die Auslöser sind einerseits unfallbedingt oder unfallähnlich und werden von akuten Schmerzen, einer eingeschränkten Funktion oder Instabilität der Schulter begleitet. Andererseits können auch eine Überbelastung oder eine degenerative Veränderung durch das Alter die Ursache sein. Die Symptome entstehen hier meist langsamer.

Bei anhaltenden und über einen längeren Zeitraum spürbaren Schmerzen, eingeschränkter Funktion oder Kraftverlust des Schultergelenks sollte die Hausärztin, der Hausarzt aufgesucht werden. In den meisten Fällen erfolgt als erstes eine Überweisung in die Physiotherapie. Parallel dazu können zur Schmerzlinderung Cortison-Injektionen in das betroffene Gelenk oder entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden.

Physiotherapie als Teil der konservativen Behandlung

Ein wichtiges Standbein der konservativen Therapie ist die Physiotherapie. Hier wird als erstes geprüft, welche Funktionen mit der betroffenen Schulter noch ausgeführt werden können, wie viel Kraft vorhanden ist und wie stark die Schmerzen sind. Diese Analyse kann davon abweichen, was aufgrund des klinischen Befunds (MRT) erwartet werden könnte. So kann ein grosser Riss manchmal zu wenig Einschränkungen führen, kleine Risse dagegen auch mal zu einem kompletten Ausfall der Gelenksfunktion. Wichtig ist dabei die Zielfindung. Steht der Patient oder die Patientin mitten in der Sportkarriere oder geht es darum, den Alltag wieder schmerzfrei bewältigen zu können?

 «Oft braucht es zu Beginn gute und individuelle Aufklärung, dass eine Physiotherapie respektive eine konservative Therapie erfolgreich ist. Wichtig sind eine funktionierende Zusammenarbeit und auch die nötige Eigeninitiative seitens der Patientin oder des Patienten. Sollte eine Operation dennoch unumgänglich sein, ist der konservative Ansatz keine verlorene Zeit, sondern schafft oftmals eine bessere Ausgangslage für die postoperative Rehabilitation», betont Madeline Zarn, Physiotherapeutin in der Hirslanden Klinik Aarau. Im Idealfall wird interdisziplinär mit dem jeweiligen Orthopäden resp. der Orthopädin entschieden, ob eine Operation geplant wird.

Operation und Reha

Wenn die konservative Behandlung zu wenig Erfolg für das jeweilige Ziel der Patientin oder des Patienten bringt, ist eine Operation der nächste Schritt. «Primär muss geklärt werden, wie der Zustand der gerissenen Sehne ist. Ist die Sehne gut erhalten, kann sie mittels einer arthroskopischen Operation auf den Knochen fixiert werden», sagt Dr. Cerletti. Nach zwei Nächten im Spital folgt der intensive und oft schwierige Teil der Reha: Ruhigstellung für sechs Wochen in einem stabilisierenden Gilet oder einem Schulter-Abduktionskissen, damit die Sehne Zeit hat, wieder anzuwachsen. Danach folgen vier bis sechs Wochen leichte Bewegungen ausschliesslich mit eigener Muskelkraft. Gewichte dürfen erst nach drei Monaten gehoben werden. Die gesamte Reha nimmt mehrere Monate in Anspruch, kann aber bis zur vollständigen Genesung bis zu einem Jahr dauern. Die Zusammenarbeit mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten unterstützt die erfolgreiche Rehabilitation, um die Beweglichkeit, die Kraft und die Funktion der Schulter wieder zu erlangen.

Prävention 

Ältere Menschen können ebenfalls von Schulterschmerzen und deren Einschränkungen betroffen sein. Risikofaktoren sind neben dem Alter auch grosse Überkopfbelastungen beim Sport oder der Arbeit. Auch Rauchen, Diabetes, Adipositas, Alkohol oder Gicht können Erkrankungen des Bewegungsapparates begünstigen. 

«Der Altersprozess ist physiologisch und lässt sich nicht vermeiden. Durch regelmässiges Training können aber Fehlhaltungen entgegengewirkt und das aktive System gestärkt werden. Stabilitäts-, Kraft- und Mobilitätsübungen mit einem grossen Radius in alle Richtungen sind die beste Prävention, um die Alltagsaufgaben noch lange selbstständig ausführen zu können», rät Laura Wüst, Physiotherapeutin in der Hirslanden Klinik Aarau. Das Hirslanden Training Aarau als Standort für ambulante Therapien, umfasst neben Fitnesstraining (Kraft und Ausdauer), Gruppenkurse und Physiotherapie (mit oder ohne Verordnung) auch med. Massagen, Osteopathie, Akupunkturmassage, Personal Training, Zugang zu medizinischen Fachärztinnen und -ärzte usw.